Unsere Wahlprüfsteine​

Am 20. September 2026 findet die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt. Der Berliner Museumsverband richtet dazu die folgenden zehn Wahlprüfsteine an die Parteien, um ihre kulturpolitischen Prioritäten für die kommende Legislaturperiode kennenzulernen und zu erfahren, wie die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit der Berliner Museumslandschaft langfristig gesichert werden sollen. Die Wahlprüfsteine wurden versendet an: SPD, CDU, Die Grünen, Die Linke. Sobald die Antworten vorliegen, werden sie hier veröffentlicht. 

Wir freuen uns auf einen konstruktiven Dialog über die Zukunft der Berliner Museumslandschaft.

Kultur als Pflichtaufgabe

Angesichts der Kürzungen im Kulturetat wurde verstärkt auf die Bedeutung der Kultur für Berlin aufmerksam gemacht. Setzen Sie sich dafür ein, Kultur als Pflichtaufgabe zu verankern mit dem Ziel, 3 % des Berliner Landeshaushalts für kulturelle Zwecke einzusetzen?

ja/nein; bitte begründen Sie.

Finanzierung

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser stehen durch Inflation, Tarif- und Betriebskostensteigerungen unter Druck, während gleichzeitig Mittel für Innovationsprozesse benötigt werden. Unterstützen Sie die Einrichtungen in diesem Spannungsfeld?

Zwischen Kostendruck und Zukunftsauftrag: Wie die Parteien Berlins Museen sichern.

Räume

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser brauchen geeignete und bezahlbare Räume. Werden Sie Themen wie Probleme mit der landeseigenen Immobilienverwaltung, fehlende Depotflächen, Verdrängung, unzureichende Barrierefreiheit sowie Sanierungsbedarf angehen?

→ Bezahlbare Räume, sichere Depots, barrierefreie Häuser: Welche Unterstützung Parteien versprechen.

Sammlungen

Museen und Gedenkstätten bewahren unser kulturelles Erbe. Diese oft nicht-sichtbare Aufgabe erfordert besonders viele Ressourcen. Plant Ihre Partei Maßnahmen, um z. B. Sammlungsqualifizierung, Provenienzforschung und Kulturgutschutz / Notfallvorsorge strukturell zu stärken?

→ Sammlungen unter Druck: Welche Antworten Parteien auf die Herausforderungen haben.

Teilhabe

Kulturelle Teilhabe braucht niedrigschwelligen Zugang zu Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäusern. Wird sich Ihre Partei für die Ermöglichung von Angeboten wie z. B. dem Museumssonntag sowie sozialverträgliche Preise für Ausstellungen und Programme einsetzen?

→ Offene Türen: Wie Parteien kulturelle Teilhabe stärken wollen.

Bildung

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser sind wichtige außerschulische Lernorte; allerdings fehlen die Mittel für eine kontinuierliche kulturelle Bildungs- und Outreacharbeit. Plant Ihre Partei konkrete Maßnahmen, um diese strukturell und dauerhaft zu fördern?

→ Bildungsort Museum: Wie Parteien Vermittlungsarbeit fördern wollen.

Ausstellungen

Ausstellungen sind der sichtbarste Teil musealer Arbeit. Insbesondere kleineren Einrichtungen fehlt oft eigenes Budget für Ausstellungen, zugleich konkurrieren sie um wenige Fördertöpfe. Wird sich Ihre Partei für eine Verbesserung der Situation einsetzen?

→ Sichtbar machen kostet: Welche Konzepte Parteien für die Ausstellungsförderung haben.

Transformation

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser benötigen dringend Unterstützung bei verschiedenen Transformationsprozessen, z. B. im Bereich Diversität / Antidiskriminierung, Inklusion, Digitalität und Nachhaltigkeit. Setzen Sie sich für diese Querschnittsthemen ein?

→ Museen im Wandel: Wie sich Parteien für Zukunftsthemen einsetzen.

Erinnerungskultur

Erinnerungskultur zu NS-Verbrechen, SED-Diktatur und Kolonialismus steht angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, schwindender Zeitzeugenschaft und wachsender Desinformation vor vielen Herausforderungen. Unterstützen Sie die Finanzierung dieser Arbeit?

→ Erinnerung gestalten, Demokratie stärken: Wie Parteien die Zukunft der Gedenkarbeit sichern.

Unabhängigkeit

Angesichts aktueller Debatten um politische Einflussnahme auf Kultureinrichtungen und Juryverfahren: Ergreifen Sie strukturelle Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die inhaltliche Unabhängigkeit ein Grundprinzip der Berliner Kulturförderung bleibt?

→ Vertrauen in Kulturförderung stärken: Wie Parteien sich zu Einflussnahme positionieren.

#DeineStimmeFürKultur

Im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 läuft im Bündnis #BerlinIstKultur die Kampagne #DeineStimmeFürKultur. Seit April 2026 macht sie Kultur im Wahljahr sichtbar und bündelt Wahlprüfsteine, Stellungnahmen, Antworten von Kandidieren sowie kulturpolitische Termine. Der Berliner Museumsverband ist Teil von #BerlinIstKultur und unterstützt finanziell die Kampagne. In der Geschäftsstelle werden derzeit Wahlprüfsteine entwickelt, damit die Anliegen von Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser im Wahljahr sichtbar werden.

So können sich Museen an #DeineStimmeFürKultur beteiligen:

  1. Aktionswoche gestalten: Eigene Aktionen in der Aktionswoche vom 10. bis 16. Juni 2026 und vom 2. bis 8. September 2026 planen.
  2. Statement unterzeichnen: Das gemeinsame Statement der Berliner Kultur mittragen
  3. Mit Politik ins Gespräch gehen: Kandidierende in den Bezirken ansprechen und dafür die Angebote der Kampagne zur Vorbereitung nutzen
  4. Wahlprüfsteine und Stellungnahmen einreichen: Positionen  in die Kampagne einbringen
  5. Termine melden: Kulturpolitische Veranstaltungen im Wahljahr über die Kampagne sichtbar machen

Berliner Kulturfördergesetz

Ein Berliner Kulturfördergesetz ist seit Jahren eine zentrale Forderung der Kulturlandschaft. Es soll Kultur in Berlin verbindlicher absichern und verlässlichere Rahmenbedingungen für Förderung, Infrastruktur, Beteiligung und gute Arbeit schaffen. Für Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser ist dabei entscheidend , dass ihre zahlreichen Aufgaben ausdrücklich anerkannt und langfristig gestärkt werden. Als Berliner Museumsverband bringen wir diese Perspektive in den laufenden Prozess der Berliner Kulturkonferenz ein. 

Beteiligungsverfahren und Reader: Seit April 2025 koordinieren die Berliner Kulturkonferenz ein Beteiligungsverfahren für ein Berliner Kulturfördergesetz, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bis Februar 2026 haben 15 Fachgruppen mit über 120 Beteiligten erste Ergebnisse erarbeitet. Veröffentlicht wurden sie in einem 148 Seiten starken Reader. Den Fachbeitrag „Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser“ hat die Geschäftsstelle des Berliner Museumsverband gemeinsam mit Mitgliedern und weiteren Fachvertreter*innen. Für den Museumsbereich benennt der Reader unter anderem planbare  Förderstrukturen,  niedrigschwellige Zugänge, faire Arbeitsbedingungen sowie eine Stärkung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Er ist damit ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Berliner Kulturfördergesetz.

Haushaltskürzungen

#BerlinIstKultur

Angesichts der drastischen Kulturkürzungen hat die Berliner Kulturlandschaft im Jahr 2024 gemeinsam das Aktionsbündnis #BerlinIstKultur gestartet. Die Initiative bündelt Proteste, informiert und vernetzt die Kulturszene. Durch Demonstrationen, Veranstaltungen und Pressearbeit macht sie auf die Folgen der Einsparungen aufmerksam. Zudem stärkt sie den Austausch mit anderen betroffenen Bereichen. Wir sind Teil von #BerlinIstKultur und unterstützen die Initiative. Verantwortet wird das Aktionsbündnis von der Berliner Kulturkonferenz, bei der wir ebenfalls seit März 2025 Mitglied sind.

Unsere Statements

Hier finden Sie unsere Offenen Briefe, Stellungnahmen und Pressemitteilungen zu den Kulturkürzungen im Berliner Haushalt. Klicken Sie auf die Kacheln, um die Statements zu lesen.

Im Interview

In der Rubrik „Museumsmacher*innen“ unseres Newsletters sprachen wir Emma Enderby und Anne Fäser über ihre Arbeit und die Auswirkungen der Kürzungen im Berliner Kulturetat auf ihre Institution.

„Our budget has been cut by 14%, along with the loss of a staffing position, which has hit us hard. These cuts directly affect our program, staff, artists, educators, partners, and, not least, our visitors.“

Die Einsparungen, die in zahlreichen Bereichen vorgenommen werden, bereiten mir ernsthafte Sorgen und gefährden in erheblichem Maße den unabdingbaren Prozess der Inklusion. (…) Denn kulturelle Teilhabe ist ein grundlegendes Menschenrecht, das jedem Individuum ohne Einschränkung zusteht.“

Museumsjournal

Der Diskurs „Kultur als Streichposten“ in der aktuellen Ausgabe des Museumsjournal beleuchtet, wie sich die Kürzungen im Kulturetat nach den Haushaltsberatungen im Dezember auf Museen, Hochschulen, kulturelle Initiativen und Netzwerke ganz konkret auswirken. Auch einige von unseren Mitgliedern berichten, mit welchen Einsparungen sie konfrontiert sind, wie diese ihre Arbeit erschweren und welche Konsequenzen sie ziehen müssen.

© Matt Copson, »Age of Coming«, 2020. Courtesy der Künstler und Lodovico Corsini, Brüssel, Foto: Benjamin Baltus; Ausschnitt aus der Installationsansicht der Ausstellung »Matt Copson – Coming of Age. Age of Coming. Of Coming Age« in den KW Institute for Contemporary Art, Berlin 2025.

Aktion gegen die Abschaffung des Museumssonntags

Nach 2,2 Millionen Besuchen an 42 Sonntagen in 81 Museen hieß es am 1. Dezember 2024 ein letztes Mal: Sonntags ohne Eintritt ins Museum! Im Zuge der Sparmaßnahmen des Berliner Senats wurde das gemeinsame wegweisende Projekt von rund 80 Berliner Museen für kulturelle Teilhabe und Senkung von Eintrittsbarrieren somit beendet. Der Berliner Museumsverband begleitete die große Aktion der Kulturprojekte Berlin und der Museen zum letzten Museumssonntag und rief dazu auf, auf Social Media zu teilen, warum Museen wichtig sind und der Museumssonntag fehlen wird.

Social-Media-Aktion: Kürzungen mit Konsequenzen

Im Rahmen der Aktionstage von #BerlinIstKultur starteten wir im Dezember 2024 unsere Social-Media-Aktion „Kürzungen mit Konsequenzen“:  In kurzen Videos berichteten Museumsmacher*innen, welche Auswirkungen der Kürzungen auf ihre Häuser und die gesamte Kulturlandschaft sie fürchteten. Klicken Sie auf den weißen Pfeil, um die Videos zu starten.

„Mit dem Rotstift wird an der Vielfalt und Zukunft unserer Kulturlandschaft gespart – an Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäusern. Das trifft vor allem die Menschen, die in Berlin leben, arbeiten und die Stadt besuchen. Deshalb fordern wir gemeinsam: #KürztDieKürzungen.“

Kulturpolitische Arbeit und Netzwerke

Der Berliner Museumsverband bringt die Interessen der Berliner Museen in kulturpolitische Debatten ein und engagiert sich für starke, vielfältige und zukunftsfähige Museumsstrukturen in der Stadt. Dafür ist der Verband in Netzwerken auf Berliner, bundesweiter und europäischer Ebene aktiv: in #BerlinIstKultur als Teil der Berliner Kulturkonferenz (BKK), im Deutschen Museumsbund (DMB), als assoziiertes Mitglied der Konferenz der Museumsberatungsstellen in den Ländern (KMBL) sowie bei NEMO – The Network of European Museum Organisations (NEMO).