Deine Stelle verbindet Internationales und Diversität und ist in der Stabsstelle Strategie angesiedelt – wie sieht das in der Praxis aus, und was ist Dir dabei besonders wichtig?
In meiner Rolle verbinde ich internationale Perspektiven mit diversitätssensibler Strategiearbeit – und setze dabei auf tiefgründige, aber schnelle Beratung. Mir ist wichtig, Kolleg*innen unkompliziert zu unterstützen, Orientierung zu geben und zugleich etwas Spannung aus hochsensiblen Diskursen zu nehmen. Konkret begleite ich Programmpunkte mit fachlicher Expertise, entwickle Haltungspapiere zu komplexen kulturpolitischen Fragen und arbeite eng mit unterschiedlichen Bereichen zusammen. Zentral ist für mich, Räume zu schaffen, in denen Dialog auf Augenhöhe möglich wird: reflexiv, gemeinsam lernend und aber auch möglichst entspannt. So stärken wir eine Organisation, die Vielfalt nicht nur thematisiert, sondern strukturell verankert und im Alltag erfahrbar macht.
Du warst im Dezember bei unserer Veranstaltung „Resilienz-Clinic: Praxiseinblick & Sprechstunden“ dabei, bei der es um die Stärkung der Resilienz von Museen in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten ging. Was hat Dich motiviert daran teilzunehmen und was hast Du mitgenommen?
Mich hat die Resilienz-Clinic angesprochen, weil viele Häuser derzeit ähnliche Spannungsfelder erleben: gesellschaftliche Polarisierung, politische Erwartungen und die Frage, wie man handlungsfähig bleibt. Für meine Arbeit an Diskurs- und Strategieräumen war der Austausch wertvoll – besonders die geteilten Erfahrungen zur Erarbeitung von Code of Conducts, Umgang mit Protest und internen Belastungen. Mitgenommen habe ich die Erkenntnis, dass Resilienz weniger eine Eigenschaft als ein Prozess ist: Sie entsteht durch kluge Strukturen, solidarische Netzwerke und die Fähigkeit, Kontroversen als Lernräume statt nur als Bedrohung zu begreifen.
Die Vernetzung der Berliner Museumsmacher*innen ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Worüber würdest du dich gerne mit anderen Museumsmacher*innen in Zukunft austauschen?
In Zukunft wünsche ich mir Arbeitskreise aus den Berliner Museen, in denen wir ehrlich, mutig und selbstkritisch miteinander arbeiten können. Besonders interessiert mich, wie wir Museen als Orte stärken, die aktiv Demokratieförderung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte vermitteln. Die Impulse aus der Diversity‑, Equity‑ und Inclusion‑Bewegung sollten wir nutzen, um Weltverbundenheit auch unter gesellschaftlichem Druck konsequent zu verteidigen. Dafür müssen wir offen darüber sprechen, wo Kommunikationsstrategien oder Formate nicht funktioniert haben und wie wir Zielgruppen besser erreichen. Gleichzeitig sollten wir gemeinsam überlegen, wie wir für Themen wie Internationalisierung und Diversität wieder breitere Unterstützung gewinnen und welche neuen Allianzen wir dafür brauchen.
In unserem Newsletter stellen wir regelmäßig Berliner Museumsmacher*innen vor. Dieses Interview mit Caroline Assad erschien in unserem März-Newsletter.
