Rassismus und Antisemitismus sind tief in unserem Alltag und unserer Gesellschaft verankert. Ob sichtbar oder unsichtbar – sie prägen unsere Beziehungen, das gesellschaftliche Miteinander und können gewaltvolle Wirkungen entfalten. Die Erfahrungen der Betroffenen bleiben dabei oft ungehört oder werden nicht wahrgenommen. In der Auseinandersetzung mit diesen wirkmächtigen Ideologien sind es häufig Debatten über Sprache und Bilder, die für Verunsicherung sorgen.

Besonders aktuell ist die Frage „Wie sprechen wir über Israel/Palästina?“. Der Terroranschlag des 7. Oktobers 2023 in Israel und der eskalierende Krieg beeinflussen das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland stark und stellen auch die Bildungs- und Vermittlungsarbeit in Museen vor neue Herausforderungen. Wie kann über diesen Konflikt gesprochen werden – sensibel, differenziert und ohne Zuschreibungen? Wie sieht der Diskursraum in Deutschland aus, und in welchen Spannungsfeldern – etwa Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus – bewegen wir uns?

Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der Bildungsstätte Anne Frank und mit Unterstützung des Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz – eine Workshop-Reihe für Berliner Museumsmacher*innen zu den Themen Antisemitismus und Rassismus sowie zur Frage, wie über den Israel-Palästina-Konflikt gesprochen werden kann, anzubieten. Die Workshop-Reihe wird geleitet von Awa Yavari und Daniel Heinz von der Bildungsstätte Anne Frank.

Vertiefungsworkshop Antisemitismus

In Gruppenarbeiten werden Form und Inhalt von Bildern mit antisemitischem Gehalt analysiert, um die Fähigkeit zu stärken, zwischen beidem differenzieren zu können. Ergänzend vermitteln vertiefende Inputs Wissen zu Themen wie BDS, jüdischen Perspektiven und israelbezogenem Antisemitismus. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Fallanalysen, die Raum für Austausch bieten und die Entwicklung konkreter Handlungsperspektiven speziell für den Kunst- und Kulturbereich fördern.

 

Vertiefungsworkshop Rassismus

Ziel dieses Workshops ist es, den Blick verstärkt auf die historische Genese von Rassismus zu richten und die am häufigsten vorkommenden Rassismusformen zu analysieren. Auch der strukturelle Rassismus in der Kunst- und Kulturszene wird vertieft betrachtet. Interaktive Übungen dienen der Sensibilisierung für das Erkennen von Rassismen, und konkrete Fallanalysen unterstützen den Transfer in den Arbeitsalltag. Der Workshop bietet zudem Raum für den Austausch von Handlungsperspektiven und soll so den professionellen Umgang mit Rassismus im Arbeitsfeld Kunst und Kultur erleichtern.

Wie sprechen über Israel/Palästina?

Dieser Workshop basiert auf den digitalen Bildungsangeboten der Bildungsstätte Anne Frank, die nach dem 7. Oktober 2023 entwickelt wurden. Im Fokus steht die pädagogische Perspektive: Es werden bisherige Handlungsanlässe reflektiert, pädagogische Grundhaltungen erarbeitet und gemeinsam Interventionsmöglichkeiten entwickelt. Neben kurzen Impulsen werden Methoden erprobt und Raum für persönliche Reflexion sowie Austausch geschaffen.

Anmeldung

Die Workshopreihe richten sich an Mitarbeitende von Berliner Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäusern. Freie Plätze können auch an Museumsmacher*innen aus anderen Bundesländern vergeben werden. Die Workshopteilnahme ist kostenlos.

Die beiden Vertiefungsworkshops zu Antisemitismus und Rassismus richten sich gezielt an Personen mit ersten Vorkenntnissen (z.B. aus dem im Februar angebotenen Sensibilisierungsworkshop).

Eine Teilnahme an allen drei Workshops ist wünschenswert. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, können die Workshops im Team aufgeteilt oder ggf. auch nur einzelne Workshops besucht werden. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.