Der Begriff „Resilienz“ begegnet uns derzeit überall. Doch was bedeutet Resilienz eigentlich im Kontext musealer Arbeit? Wann brauchen wir sie – und wozu genau?
In Zeiten gesellschaftspolitischer Unsicherheit möchten wir genauer hinsehen: Was steckt hinter dem oft genutzten Schlagwort? Wie wird Resilienz in Museen bereits gelebt? Und welche individuellen, kollektiven oder strukturellen Strategien helfen wirklich, um handlungsfähig zu bleiben? Geht mit der Fokussierung auf den Resilienzbegriff auch die Gefahr einher, andere relevante Themen aus dem Blick zu verlieren?
Gemeinsam mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel laden wir zu unserer digitalen Tagung „Wieso? Weshalb? Warum? Resilienz im Museum“ ein, die den Begriff „Resilienz“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und Raum für Austausch schafft. In einem ersten Teil geben Expert*innen Impulse zu unterschiedlichen Dimensionen von Resilienz. Anschließend sprechen wir in Kleingruppen mit Museumspraktiker*innen über ihre Erfahrungen im Arbeitsalltag.
Im Mittelpunkt steht ein gemeinsamer Nachmittag des Zuhörens, Nachfragens und voneinander Lernens – mit dem Ziel, dem Begriff Resilienz auf den Grund zu gehen und seine Bedeutung für die Museumsarbeit auszuloten.
Programm
14.00
Begrüßung
Silke Feldhoff, Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Sarah Metzler, Berliner Museumsverband
14.10
Impulse: Verschiedene Perspektiven auf „Resilienz“
Resilienz: Ein Blick hinter das Buzzword
Stephan Peters, Zukunftsforscher
Die Kunst des Aushaltens
Pamela Rath, Diversity Expertin, Autorin, Podcasterin, Trainerin, Moderatorin, Coach, FH-Lektorin; Ehefrau, Mutter, PoC, Feministin, Katzenmama
Kultur als resilienter Akteur in einer polarisierten Gesellschaft?
Dr. Johannes Crückeberg
15.30
Pause
15.45
Breakout-Sessions: Herausforderungen in der Museumspraxis mit Museumsmacher*innen aus unterschiedlichen Häusern bundesweit
Museum außer Haus: Wie uns die sanierungsbedingte Schließung verändert
Anne Gemeinhardt, Direktorin, Museen für Kulturgeschichte Hannover
Innen und Außen verbinden
Maralena Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Bildung und Vermittlung, Antikensammlung, & Naira Bloss, Guide, Staatliche Museen zu Berlin
Rechter Shitstorm um ein Safer Space – Zeitfenster
Jana Golombek, Wissenschaftliche Referentin, LWL-Museum Zeche Zollern & Lina Kumpmann, Social Media Managerin, LWL-Museum Zeche Zollern, Dortmund
Wenn Veränderung Form wird: Freiraum und Glitzer im MK&G
Nina Lucia Groß, Kuratorin und Leitung Freiraum, MK&G & Tilman Walther, Kurator und Leitung Freiraum, MK&G, Hamburg
Finanzielle Unsicherheiten – Mit SISU und MUT die Museumskrisen meistern
Uta Rinklebe, Direktorin, MACHmit! Museum für Kinder, Berlin
Brand im Museum
Dr. Antje Janina Gornig, Direktorin, Städtisches Museum und Stadtarchiv Halberstadt
16.45
Pause
17.00
Auswertung und Fazit
Silke Feldhoff, Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Sarah Metzler, Berliner Museumsverband
17.45
Tagungskommentar
Luca-Leander Wolz, Psychologe
18.00
Ende
Mitwirkende
Wir danken allen Kolleg*innen, die das Programm unserer Online-Tagung mitgestalten:
Geboren 1969 in Sucre, Bolivien; Ort der Zugehörigkeit: Berlin; Studium: Mode Design (Diplom 1994) und Kunsttherapie (MA 2023); Praxis und Forschung: Seit 2019 Durchführung von Präventionsangeboten in Museen mit Ulla Utasch in Kooperationen mit der Universitätsambulanz der SFU Berlin & der Antikensammlung SMB; Lehre: ULG Kunsttherapie (MA), Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin; Freie Mitarbeit: Seit 2024 Guide, SMB. Einladung zu Halbtags-Workshops für Erwachsenen; Naira Bloss nutzt weiterhin jede Gelegenheit, sich mit Gebrauchsweisen von textilen Materialien und Herstellungstechniken auseinanderzusetzen.
Foto: © Victoria Tomaschko 2025
Dr. Johannes Crückeberg ist Referent für den Themenbereich Kultur und Medien im Referat Politische Beratung und Impulse der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er arbeitet zu Kultur- und Medienpolitik, insbesondere zu den Arbeitsbedingungen im Kulturbereich und Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zuvor war er über zehn Jahre an verschiedenen Forschungseinrichtungen tätig, wo er zu Kulturpolitik, kultureller Demokratie und gesellschaftlicher Transformation forschte. Er ist außerdem Herausgeber des Handbuchs Kulturpolitik und befasst sich mit der Rolle von Kultur in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Foto: bundesfoto/FES/Kurc
Anne Gemeinhardt leitet seit Juni 2023 die Museen für Kulturgeschichte der Landeshauptstadt Hannover (Historisches Museum, Museum August Kestner und Museum Schloss Herrenhausen). Sie hat Europäische Kulturgeschichte, Geschichtsdidaktik sowie Jüdische Geschichte und Kultur in Augsburg, Lyon (Frankreich) und München studiert und war währenddessen für verschiedene Museen und Gedenkstätten tätig. Von 2009 bis 2012 war sie zunächst wissenschaftliche Volontärin, dann wissenschaftliche Mitarbeiterin im Jüdischen Museum Frankfurt/Fritz Bauer Institut. Von 2013 bis 2023 war sie Kuratorin für Bildung und Vermittlung im Historischen Museum Frankfurt, 2022 absolvierte sie das Weiterbildungs- und Netzwerkprogramm „museion21“ der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung.
Foto: Ulrich Pucknat
Jana Golombek ist Kulturanthropologin und seit 2016 wissenschaftliche Referentin/stellvertretende Museumsleiterin und Kuratorin am LWL-Museum Zeche Zollern mit den Arbeitsschwerpunkten Deindustrialisierung, Migration, Oral History und Critical Heritage Studies. Sie ist Co-Investigator im internationalen Forschungsprojekts „Deindustrialization and the Politics of our time“ (DéPOT). Zuvor untersuchte sie am Institut für soziale Bewegungen und am Deutschen Bergbau-Museum die Bedeutung von Industriekultur im internationalen Vergleich. Im Projekt „Das ist kolonial.“ war sie Projektleitung.
Foto: © LWL-Museen für Industriekultur
Geboren 1978 in Erfurt, Studium Mittlere und Neue Geschichte in Leipzig, 2015 Promotion an Uni Leipzig am Lehrstuhl Sächsische Landesgeschichte, u.a. Lehrtätigkeit Sächsische Landesgeschichte / Museologie an Uni Leipzig und HTWK Leipzig, 2009-15 Wiss. Mitarbeiterin im LEUCOREA-Projekt zur Reformationsdekade u. zugl. in Hochschulverwaltungen Uni Leipzig, Uni Potsdam bis 2018 tätig, 2015-16 freiberuflich Mitarbeit an sächs. Landesausstellung „Benno von Meißen“, seit 07/2018 Direktorin Städtisches Mus. Halberstadt inkl. Schachmuseum Ströbeck, Schraube-Museum, Stadtarchiv; seit 2019 freiberufl. als Dozentin für Paläographie Weiterbildung i.A. v. Museumsverband Sachs.-Anh. u. Landesheimatbund tätig.
Foto: Privat
Nina Lucia Groß hat in Wien Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst und Kunstgeschichte an der Universität Wien studiert. 2024 wurde sie an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg promoviert. Sie ist als Kunsthistorikerin, Lehrende und Kuratorin in diversen Zusammenhängen tätig und beschäftigt sich dabei mit der Sozio- und Kulturgeschichte von Architektur, Kunst, Popkultur und musealen Displays. Seit 2020 leitet Nina Lucia Groß mit Tilman Walther den Freiraum im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg als Raum für Partizipation und Diskurs. Gemeinsam mit Julia Meer kuratierte sie die Ausstellung „Glitzer“ (27.2.–26.10.2025 MK&G Hamburg, 28.11.25–17.5.26 Gewerbemuseum Winterthur).
Foto: Jenny Schäfer
Lina Kumpmann studierte Medienwissenschaften an der Universität Paderborn. Von 2021-2023 absolvierte sie parallel zum Master ein studentisches Volontariat im LWL-Museum Zeche Zollern. Anschließend wurde sie dort Social Media Managerin für das Ausstellungsprojekt „Das ist kolonial.“ und unterstützt seit Anfang 2024 auch
die LWL-Kulturstiftung in der digitalen
Kommunikation.
Foto: LWL/ Julia Gehrmann
Stephan Peters ist seit über zwölf Jahren als Trend- und Zukunftsforscher tätig. Sein Fokus liegt auf den Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung und Gesellschaft. Besonders interessiert ihn dabei, wie wir Organisationen so gestalten können, dass sie lernfähig, resilient und zugewandt bleiben. Zuletzt erschienen sind von ihm folgende Studien im betterplace lab: „Nicht kleinzukrisen! Was die Zivilgesellschaft resilient macht” (2024) sowie “DIE METAKRISE: Wie die Zivilgesellschaft zur gesellschaftlichen Resilienz beiträgt”.
Foto: Nils Hasenau
Pamela Rath, geb. 1975 in Linz, ist studierte Philologin und Expertin für Arbeits- und Organisationspsychologie sowie HR-Management und zählt zu den TOP HR Influencer:innen in Österreich. Sie arbeitet derzeit als Diversitätsmanagerin beim ÖAMTC, ist selbstständig tätig als Speakerin, Trainerin und FH-Lektorin und lebt mit ihrer Familie am Wiener Stadtrand. Als PoC und intersektionale Feministin engagiert sie sich ehrenamtlich für Diversität und ist Teil der Podcast-Reihe #ElevatorTalks. Im Mai 2025 erschien ihr erstes Buch „Die Kunst des Aushaltens“ bei Kremayr & Scheriau, Wien.
Foto: Pamela Rath by Manu Nitsch
Uta Rinklebe ist Kinderkrankenschwester und Europäische Ethnologin. Seit 2008 ist sie im MACHmit! Museum für Kinder in Berlin tätig, zunächst als Pädagogische Leitung und seit 2015 als geschäftsführende Museumsleitung und Kuratorin.
Foto: Tim Gassauer
Maralena Schmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Bildung und Vermittlung in der Antikensammlung der Staatllichen Museen Berlin. Von 2016 – 2020 betreute sie Partnerschulen im Programm lab.Bode – Inititative zur Stärkung von Vermittlungsarbeit in Museen im Bode Museum. Ihr wissenschaftliches Volontariat absolvierte sie im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster und sammelte vorher Erfahrungen als freischaffende Kunst- und Kulturvermittlerin, u.a. als „Worldly Companion“ bei der dOCUMENTA (13) und als Projektleiterin für den Kunstverein Hildesheim. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim.
Foto: Johannes Kramer, Antikensammlung, Staatliche Museen Berlin
Tilman Walther lebt und arbeitet in Hamburg und ist als Künstler, Autor und Kurator tätig. Er schreibt und spricht zu Partizipation und Inklusion in musealer Kulturproduktion und zu Geschichts- und Opfernarrationen der frühen BRD, hier vor allem anhand der Denk- und Mahnmalproduktion des Verbandes der Heimkehrer. Seit 2020 leitet Tilman Walther, gemeinsam mit Nina Lucia Groß, den Freiraum im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg als Raum für Partizipation und Diskurs. Gemeinsam mit ihrem Team konzipieren, kuratieren sie Veranstaltungs- und Diskursprogramm zur politischen und kulturellen Bildung im Freiraum. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der nach (Mit)Gestaltung von Zusammenleben, Geschichtsschreibung und gemeinsamer Gegenwart.
Foto: Jenny Schäfer
Luca Leander Wolz ist klinischer Psychologe, Psychotherapeut in Ausbildung und promoviert zum Körperbild bei Essstörungen. Neben seiner Forschung schafft er auf Social Media Räume für kritische Mental-Health-Aufklärung. Dort vermittelt er komplexe psychologische Inhalte niedrigschwellig, gesellschaftskritisch und nahbar – immer mit dem Ziel, junge Menschen für die strukturellen Ursachen psychischer Belastungen zu sensibilisieren und einen Gegenentwurf zu neoliberalen Selbstoptimierungsnarrativen sichtbar zu machen.
Foto: Luca-Leander Wolz
