Ende 2024 sowie im Jahr 2025 veranstaltete die Fachgruppe Notfallverbund Kulturgut des Berliner Museumsverbandes insgesamt drei Workshops zum Themenkomplex „Notfallplanung und -management bei wassergeschädigtem Kulturgut“.

Erster Workshop

Der erste Workshop fand am 19. November 2024 im Technikmuseum Berlin statt und widmete sich der theoretischen Auseinandersetzung mit folgenden Fragestellungen:

  • Wie kann ein Museum systematisch auf einen Notfall vorbereitet werden?
  • Welche Maßnahmen tragen zur Minimierung von Schäden an Kulturgut bei?
  • Welche Hilfsmittel sind erforderlich, um für den Schadensfall angemessen gerüstet zu sein?
  • Mit welchen konkreten Schadensbildern am Kulturgut ist zu rechnen?

Insbesondere die letztgenannte Fragestellung wurde durch anschauliche Fachvorträge aus den Bereichen Foto und Film, Technisches Kulturgut und Werkstoffe, Textilien, Papier, Gemälde, Steingut sowie naturkundliche Materialien praxisnah vermittelt. Ergänzend wurden verschiedene Notfallboxen zur Erstversorgung vorgestellt.

Zweiter Workshop

Im zweiten Teil des Workshops, der am 02. April 2025 ebenfalls im Technikmuseum Berlin stattfand, erfolgte die praktische Anwendung der zuvor vermittelten Inhalte. In sechs Gruppen mit jeweils acht bis zehn Teilnehmer*innen wurden im Rotationsverfahren Erstversorgungsmaßnahmen an den genannten Materialgruppen erprobt. Dabei standen unter anderem folgende Fragen im Fokus:

  • Welche Maßnahmen sind geeignet, Schäden an Kulturgut zu minimieren?
  • Welche Schritte sind im Ernstfall zwingend erforderlich?
  • Welche Unterschiede bestehen in der Erstversorgung verschiedener Kulturgutgattungen?
  • Wie kann eine schnelle und effiziente Bergung betroffener Objekte koordiniert werden?
  • Welche Trocknungsmethoden sind für die jeweiligen Materialien geeignet?
  • Welche Schutzkleidung und Sicherheitsvorkehrungen sind zu beachten?

Erstmals arbeiteten Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Berufsgruppen museumsspartenübergreifend gemeinsam an konkreten Problemstellungen und diskutierten Lösungsansätze, ohne dass es sich hierbei um eine klassische Notfallsimulation handelte.

Hier finden Sie die Handouts zu materialspezifischen Erstmaßnahmen bei:

Dritter Workshop

Dieser folgte am 15. Juli 2025 auf dem Gelände des Museums für Naturkunde Berlin. Mit einer Beteiligung von rund 60 Teilnehmer*innen wurde der Notfall „Schäden an Kulturgut durch Wasser und Feuer“ unter Beobachtung der Presse (Deutschlandfunk und ZDF) realitätsnah simuliert. Durch unterschiedliche Teambildungen wurden Arbeitsabläufe erprobt, Fehler identifiziert sowie Optimierungen eingeleitet und umgesetzt.

Ein unerwarteter Starkregen stellte eine zusätzliche Herausforderung dar und verlieh der Übung besondere Dynamik: Innerhalb kürzester Zeit wurden das Bergungszelt sowie die eingesetzten Materialien gemeinschaftlich in den dafür vorgesehenen Containern des Museums gesichert.

Insgesamt zeigte sich der hohe Mehrwert der gemeinsamen Übung für die Berliner Museen insbesondere durch die gelebte Kollegialität, das Training der Kommunikation sowie das bewusste Erleben eigener Reaktionsmuster und Motivationen – wenn auch in einer simulierten Situation.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen Beteiligten und Helfer*innen der Berliner Museen. Ziel ist es, diese Übung künftig als festen Bestandteil im Museumsalltag zu etablieren.