Wahlprüfsteine zeigen konkrete Ankündigungen von Linken, Grünen und SPD – nun müssen sie in Koalitionsvertrag und Haushalt einfließen

Berlin, 03.11.2026 – Der Berliner Museumsverband gratuliert den neu gewählten Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses. Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen von Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und SPD erinnert der Verband an die kulturpolitischen Ziele, die die Parteien im Wahlkampf formuliert haben. Dass mit der Wiedereinführung des Museumssonntags bereits eines dieser Vorhaben in das Sondierungspapier aufgenommen wurde, ist ein positives Signal. Daran gilt es nun anzuknüpfen und auch die weiteren Bedarfe die Berliner Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser in den Blick zu nehmen.

Verlässliche Grundlagen für die Kultur

Alle drei Parteien haben sich in ihren Antworten auf die Wahlprüfsteine des Berliner Museumsverbandes für ein Berliner Kulturfördergesetz ausgesprochen. Dabei haben sie auch die Bedeutung von Kommunikation, Planungssicherheit und transparenten Förderverfahren hervorgehoben. Alle Parteien haben sich zur fachlichen und inhaltlichen Unabhängigkeit der Kultur und zum Schutz vor politischer Einflussnahme bekannt – besonders wichtig in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, wie wir sie gerade erleben.

Auch bei der Kulturfinanzierung sehen die Parteien Handlungsbedarf. Die Linke strebt kurzfristig einen Kulturanteil von 2,5 Prozent und langfristig drei Prozent des Landeshaushalts an. SPD und Grüne setzen andere Schwerpunkte, betonen aber ebenfalls die Notwendigkeit einer verlässlichen und bedarfsgerechten Finanzierung.

Verlässliche Perspektiven für Berlins Museen

Für Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser haben die drei Parteien in ihren Antworten auf die Wahlprüfsteine Unterstützung für die vielfältigen Aufgaben der Einrichtungen in Aussicht gestellt – von der Sammlungs- und Forschungsarbeit bis zu Ausstellungen, Vermittlung und Teilhabe. Besonders konkret ist die Übereinstimmung der Parteien beimMuseumssonntag: Alle drei Parteien haben sich in ihren Antworten für seine Wiedereinführung ausgesprochen.

Für den Berliner Museumsverband kommt es dabei auf beides an: den Erhalt der bestehenden Museumslandschaft durch eine Finanzierung, die Inflation, Tarif- und Kostensteigerungen berücksichtigt, und zugleich die Möglichkeit, die Häuser zukunftsfähig weiterzuentwickeln und notwendige Transformationsprozesse zu realisieren.

Nach den Kürzungen der vergangenen Jahre kommt es nun darauf an, diese Ankündigungen mit einer stabilen Finanzierung zu unterlegen.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Kultureinrichtungen sind Orte der Bildung und Forschung, des Erinnerns und Bewahrens, der Begegnung und demokratischen Verständigung. Sie wirken in Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft hinein. Laut der Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“ des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung erzeugt jeder Euro öffentlicher Kulturförderung mehr als 3,50 Euro an wirtschaftlichen Rückflüssen für die Stadt; bei Museen und Gedenkstätten sind es sogar 7 Euro. Damit das auch künftig so bleibt, braucht es eine verlässliche, transparente und kluge Kulturpolitik.

Der Berliner Museumsverband appelliert deshalb an Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD, ihre im Wahlkampf formulierten kulturpolitischen Vorhaben nun im Koalitionsvertrag und im Haushalt verbindlich zu verankern.

Die Attraktivität der Berliner Kulturlandschaft besteht in ihrer Vielfältigkeit und ihren Wechselwirkungen – als Teil der Initiative #BerlinIstKultur und der Berliner Kulturkonferenz e.V. ist der Berliner Museumsverband solidarisch mit allen Bereichen der Kultur und der gesellschaftlichen Infrastruktur.

Der Berliner Museumsverband steht den an den Gesprächen beteiligten Parteien für den fachlichen Austausch zur Verfügung und wird die weitere kulturpolitische Entwicklung konstruktiv begleiten.

Pressekontakt
Berliner Museumsverband e. V.
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