Welche Strategien und Methoden helfen Museen, sich in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten resilient aufzustellen? Wie bleiben Museen handlungsfähig? Vom August 2024 bis zum Dezember 2025 erhielten wir zusätzliche Fördermittel der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Unterstützung der Berliner Museen in diesen Fragen Dabei ist Vieles entstanden, dass auch in Zukunft hilfreich für Museen in Berlin und bundesweit ist. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese Ressourcen zur Verfügung. Die Seite erweitern wir sukzessive um weitere Materialien; melden Sie sich gerne mit Ihren Ideen bei uns.  Am Ende der Seite finden Sie genauere Informationen zum Projekt und den stattgefundenen Veranstaltungen.

Impulse für die Museumspraxis

Hier finden Sie Impulse für die Museumspraxis, die in unruhigen Zeiten Orientierung bieten können. Die verschiedenen Vorträge wurden von Expert*innen im Rahmen einer digitale Lunch-Break-Reihe gehalten, die in zwei Teilen jeweils im Herbst 2024 und 2025 stattfand. 2025 kooperierten wir dabei mit der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg sowie dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen. Die Illustrationen stammen von Anne Albert. Die Vortragsvideos stehen mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) zur Verfügung. 

"Veranstaltungen Awareness, Sicherheit und Deeskalation"

Angesichts gesellschaftspolitischer Spannungen setzen sich viele Museen zunehmend damit auseinander, sich auf schwierige Situationen und Störungen bei Veranstaltungen vorzubereiten. Dabei rücken Awareness-, Deeskalations- und Sicherheitsstrategien stärker in den Fokus. Katharina Weiß von der Compassion Crew erläutert in ihrem Vortrag Definitionen, präventive Maßnahmen und Handlungsstrategien.

"Resilienz im Museum: Fokus Ausstellungen"

Politische und gesellschaftliche Krisen und Spannungen spiegeln sich zunehmend in der Vorbereitung und in der Durchführung von Ausstellungen wider. Benjamin Andrea und Theresa Schnell von METRUM erörterten die aktuellen Herausforderungen im Bereich Antidiskriminierung und Kunstfreiheit innerhalb der Ausstellungspraxis und stellten hilfreiche Instrumente und Methoden zur Konfliktvermeidung in diesem Kontext vor.

"Haltungskommunikation in Kultureinrichtungen Thesen, Tools, Methoden"

Zunehmend mehr Institutionen stehen aufgrund gesellschaftspolitischer Polarisierung in der digitalen Kommunikation vor neuen Herausforderungen – darunter Shitstorms, Hate Speech und gezielte digitale Störungen. Die Digitalexpertin Karin Bjerregaard Schlüter von der Kulturbotschaft Berlin und Co-Autorin des 2024 erschienen Handbuchs: „Krisenkommunikation für den Kulturbetrieb – Ein Leitfaden: Digitale Methoden und Tools“ sprach über Instrumente und Methoden, die präventiv und zur Bewältigung von Krisensituation eingesetzt werden können.

"Cultural Leadership Führung in Unruhigen Zeiten"

In herausfordernden Zeiten sind Führungskräfte besonders gefordert: Schnelles Handeln, komplexe Entscheidungen und der Umgang mit Druck von innen und außen stehen im Fokus. Gleichzeitig beeinflussen unterschiedliche Bedürfnisse und Haltungen im Team die tägliche Arbeit. Wie bleibt man als Führungskraft auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig? Wie entwickelt man einen verlässlichen Kompass für Krisensituationen? Der Leadership-Experte Martin Zierold spricht über Methoden in der Praxis.

"Konstruktive Konfliktkultur Teamkommunikation in Krisenzeiten"

In der aktuell angespannten gesellschaftspolitischen Situation stehen Museumsteams vor besonderen Herausforderungen. Unterschiedliche Meinungen und Haltungen können im täglichen Miteinander zu Spannungen führen. Komplexe und hektische Kommunikationssituationen entstehen – und wenn Ansichten als unvereinbar wahrgenommen werden, können Konflikte entstehen. Katja Weber von REFLEKT zeigt praxisnahe Methoden zur Konfliktlösung und gibt konkrete Handlungsstrategien für den Arbeitsalltag.

"Wer braucht was - und warum? Werkzeuge für eine diskriminierungskritische Kulturarbeit?"

Code of Conducts, Betriebsvereinbarungen, Besuchsordnungen, Leitbilder – viele Kulturinstitutionen er- oder überarbeiten derzeit Dokumente, um diskriminierungskritisches Arbeiten zu stärken und klare Regelungen für den Umgang mit Konflikten zu schaffen. Sonja Laaser von der Kanzlei Laaser gab einen Überblick über zentrale Fragen, die sich die Häuser bei der Erarbeitung solcher Dokumente stellen sollten. An wen genau richten sich diese – an das Team, an Kooperationspartner*innen, Dienstleiter*innen, an das Publikum? Welchen Zweck sollen diese erfüllen? Sollen Werte kommuniziert, Handlungsleitlinien oder Sanktionen vereinbart werden? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten?

Foto © Frank Eidel

"Sicher auftreten im Umgang mit Herausforderungen im Besuchendenservice"

Beschäftigte im Besuchendenservice sind zunehmend mit diskriminierenden Äußerungen von Besuchenden, Anfeindungen und gezielten Provokationen konfrontiert – insbesondere dann, wenn Museen, Gedenkstätten oder Ausstellungshäuser zu gesellschaftspolitischen Themen arbeiten. Im Vortrag gab Simon Brost von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Impulse für konkrete Handlungsmöglichkeiten: Wie können sich Einrichtungen gezielt auf solche Situationen vorbereiten? Wie lässt sich der Besuchendenservice präventiv stärken? Welche Maßnahmen helfen Mitarbeitenden, im direkten Kontakt mit Störungen handlungsfähig zu bleiben?

"Wie sprechen über Israel/Palästina?"

Wie können sensible, differenzierte und vor allem antidiskriminierende Gespräche über Israel/Palästina aussehen? In der dritten Ausgabe der Lunch-Break 2025 war Hanif Aroji als Referent der Bildungsstätte Anne Frank zu Gast.
Im Fokus des Vortrags sollte dabei keine abschließende Erklärung, Bewertung oder gar Lösung des sogenannten „Nahostkonflikts“ stehen. Vielmehr ging es um den diesen umgebenden Diskurs in Deutschland sowie die verschiedenen dort aufeinandertreffenden Perspektiven und wie Kulturinstitutionen als Aushandlungsorte damit umgehen können.

"How to Kommentarspalte. Das 1x1 gegen Hate Speech und für bessere Kommentarspalten"

Kommentarspalten in sozialen Medien sind Orte des Austauschs – aber auch Angriffsflächen für Hass und Abwertung. Doch wie lässt sich Hate Speech wirksam begegnen? Was muss weg? Was darf bleiben? – und vor allem: Wie machen wir’s besser? Oliver Saal, Referent im Projekt Civic.net – Aktiv gegen Hass im Netz, stellte in seinem Vortrag, praktische Tipps und Tools vor, um Hate Speech zu begegnen und gleichzeitig eine konstruktive Kommunikation zu fördern: für alle, die nicht nur löschen, sondern ihre Kommentarspalten aktiv gestalten möchten.

Fotografie Oliver Saal

Foto © Max Threlfall

"The Art of Democracy – Wie Kultureinrichtungen antidemokratischer Einflussnahme begegnen können"

Kultur ist wichtig! Nur wissen das auch die Antidemokrat*innen. Zunehmend versuchen antidemokratische Kräfte, unliebsamen Kultureinrichtungen mit Verweis auf das „Neutralitätsgebot“ die Mittel zu kürzen und – zum Teil gewaltsam – Einfluss auszuüben. Carl Schüppel vom Progressiven Zentrum gab Einblick in die Kulturverständnisse und Strategien der Neuen Rechten und stellt auf Basis der Studie The Art of Democracy konkrete Umgangsstrategien vor: Wie können Kultureinrichtungen Haltung zeigen und sich gegen antidemokratische Angriffe und Vereinnahmungsversuche wehren?

Fotografie Carl Schüppel

Foto © Fabian Melber/Das Progressive Zentrum

Impulse zum Resilienzbegriff

Die hier bereitgestellten Videos sind im Rahmen der Online-Tagung „Wieso? Weshalb? Warum? Resilienz im Museum“, die wir gemeinsam mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel im Dezember 2025 durchgeführt haben, entstanden. Die Impulsvorträge von Stephan Peters, Pamela Rath und Johannes Crückeberg blicken aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema „Resilienz“. Luca-Leander Wolz, klinischer Psychologe, Psychotherapeut in Ausbildung, nahm an der Tagung teil und ließ uns in seinem abschließenden Tagungskommentar an seinen Beobachtungen teilhaben. Informationen zu den Referent*innen finden Sie auf der Unterseite zur Tagung, wenn Sie auf den Button klicken.

Einblicke - Podcast Next Generation

In Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. produzierten wir eine Sonderreihe des Podcast „Next Generation“, moderiert vom Journalisten Hamzi Ismail, um Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis zur Handlungsfähigkeit in unruhigen Zeiten aufzuzeigen sowie Strategien und Learnings daraus festzuhalten.

Einblicke - Interviews

Im Rahmen des Projekts sprach die Journalistin Anne Haun-Efremides mit Berliner Museumsmacher*innen über Herausforderungen in ihrer Arbeit und erhielt vertiefende Praxiseinblicke.

Material

Im Anschluss an den Workshop „Konflikte verstehen – Resilienz stärken“ verfasste Dr. Friederike Landau-Donnelly den Text „Konflikte im Dickicht  zwischen Ressourcen und Werten navigieren: Resilienz für Museen stärken“ mit interaktiven Grafiken von von Alexandra Papademetriou:

Weiteres Material zum Thema Resilienz finden Sie auch auf unserer Themenseite Demokratie:

Zum Projekt

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die gesamten Veranstaltungen, die im Rahmen dieses Projekts durchgeführt wurden.

Jahrestagung 2024

Derzeit wirken sich zahlreiche innen- und außenpolitische Krisen, Kriege und Konflikte deutlich spürbar auf das gesellschaftliche Zusammenleben aus. Auch Museen stehen dadurch vor vielen Herausforderungen und reflektieren ihre Rolle sowie ihren Beitrag zum demokratischen Miteinander.

Mit unserer Jahrestagung 2024 knüpften wir an die vielen bundesweiten Konferenzen zu diesem Thema an.  Mit Fokus auf die besonderen Bedingungen der Berliner Museumslandschaft tauschten wir uns über Erfahrungen und Umgangsweisen unterschiedlicher Häuser aus.

Herzlich luden wir alle Berliner Museumsmacher*innen ein, mit uns gemeinsam auszuloten, wo wir zum Ende dieses herausfordernden Jahres stehen. Unterstützt von Expert*innen griffen wir konkrete Fragen aus dem Museumsalltag auf, entwickelten praxisnahe Strategien für mehr Handlungssicherheit und formulieren Bedarfe sowie Perspektiven für die Zukunft.

Mittendrin. Museen gestalten in unruhigen Zeiten. Jahrestagung, 11.11.24, Berliner Museumsverband

Fotos: Yanina Isla © Berliner Museumsverband

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